Stammzellspende

Wie wird die Stammzellspende durchgeführt?

Das Gerücht: es werden Stammzellen aus dem Rückenmark entnommen. Die Wahrheit: es erfolgt kein Eingriff am Rückenmark oder anderen riskanten Stellen!

Bei einer Übereinstimmung der Patientendaten mit denen des potenziellen Spenders wird noch einmal das Blut analysiert. Sollte es sich bei dem Freiwilligen tatsächlich um die „Nadel im Heuhaufen“ handeln, dann muss er sich endgültig entscheiden, ob er dem Patienten helfen will. Bei einer positiven Antwort erfolgt eine weitere ausführliche Gesundheitsuntersuchung, um jedes Risiko auszuschließen.

Eine Woche vor der Transplantation wird auch der Patient auf den Eingriff vorbereitet. Dabei wird sein krankes Knochenmark durch eine Chemo- oder Strahlentherapie zerstört. Ein Rückzug des Spenders hätte jetzt den schnellen Tod des Patienten zur Folge.

Es gibt derzeit zwei Möglichkeiten, die dringend benötigten Stammzellen zu spenden:

  • die Knochenmarkentnahme und
  • die periphere Stammzellentnahme

Bei der Knochenmarkentnahme wird dem freiwilligen Spender ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen entnommen. Das geschieht unter Vollnarkose. Anschließend erhält der kranke Patient das Gemisch. Keine Angst! Innerhalb von zwei Wochen wird die entnommene Menge vom Körper des Spenders vollständig nachgebildet. Zurück bleiben zwei kleine Narben über dem Gesäß. Und: das gute Gefühl, einem Menschen eine Chance auf ein neues Leben gegeben zu haben. In der Regel kann der Spender nach etwa zwei bis drei Tagen im Krankenhaus wieder nach Hause gehen. Das Risiko für den Knochenmarkspender ist gering und beschränkt sich im wesentlichen auf das übliche Narkoserisiko.

Bei der peripheren Stammzellentnahme wird dem Spender über mehrere Tage ein körpereigener hormonähnlicher Stoff (Wachstumsfaktor) gegeben. Dieses Medikament stimuliert die Produktion der Stammzellen, die dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden. Dieses Verfahren wird in der Medizin seit 1988 angewandt. Nach heutigem Stand der Forschung ist das Risiko der Langzeitnebenwirkung gering. Als Nebenwirkungen können grippeähnliche Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Diese können aber gut gelindert werden.
Die Stammzellentnahme wird immer häufiger der konventionellen Knochenmarkspende vorgezogen.