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11. Juni 2002


Knochenmarkspende - Wollen Sie Leben retten?

4.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Leukämie (Blutkrebs), etwa die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Viele sind auf der Suche nach ihrem Lebensretter – das könnten Sie sein!

Bei Leukämie spielen die weißen Blutzellen verrückt, sie vermehren sich unkontrolliert und funktionieren nicht mehr richtig. Schlimmer noch: Die kranken Zellen verdrängen weitere lebenswichtige Bestandteile des Blutes. Ohne Behandlung wie Chemo- oder Strahlentherapie müssten Leukämie-Kranke sterben. Die einzige Chance auf Heilung besteht oft in der Übertragung gesunder Blutstammzellen von einem freiwilligen Spender.

Der passende Spender – die „Nadel im Heuhaufen“ 
Das Problem: Nicht jeder beliebige Mensch kommt als Spender in Frage, denn die Gewebemerkmale des Spenders müssen genau zu denen des Kranken passen. Innerhalb der eigenen Familie stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Etwa jedem Vierten kann ein Verwandter helfen. Doch was passiert, wenn sich in der Familie kein geeigneter Spender findet? Dann beginnt die schwierige Suche nach der „Nadel im Heuhaufen“.

Spenderdateien führen Hilfesuchende und Helfer zusammen 
Um die Chance zu erhöhen, dass Empfänger und Spender zueinander finden, wurden in den letzten Jahren im gesamten Bundesgebiet Knochenmarkspender-Dateien ins Leben gerufen. Menschen, die prinzipiell zu einer Spende bereit wären, lassen sich dort freiwillig registrieren und ihre Gewebemerkmale untersuchen. Dafür genügt eine Blutprobe beim Hausarzt. Die einzelnen Organisationen melden die Adressen an das „Zentrale Knochenmarkspender-Register“ in Ulm. Dort laufen auch die Hilferufe kranker Menschen ein.

Fast jeder darf spenden
Bei etwa 20 Prozent der Leukämiepatienten muss das Spender-Register passen. Vor allem Kranke mit seltenem Gewebemuster werden bei der Suche nach einem Spender oft bitter enttäuscht. Ihre Chance wächst mit der Zahl der Menschen, die sich registrieren lassen. Spender werden können grundsätzlich alle Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, wenn sie in guter körperlicher Verfassung, mindestens 50 kg schwer und gesund sind. Diese Einschränkungen werden zum Schutz des Spenders, aber natürlich auch zum Wohle des Patienten gemacht.

Wie sieht die Spende aus?
Die lebensrettenden Zellen können auf zweierlei Art und Weise gewonnen werden: Bei der einen Methode – der Knochenmarkspende – entnehmen die Ärzte mit einer Art großen Spritze Knochenmark aus dem Beckenknochen. Das geschieht unter Narkose. Das Knochenmark bildet sich schnell wieder nach. Bei der anderen Methode werden die Stammzellen aus dem Blut des Spenders gewonnen. Das erspart ihm die Narkose. Allerdings muss er einige Tage lang Spritzen mit einer Substanz in Kauf nehmen, welche die Stammzellen in seinem Blut anreichert. Welche Methode in Frage kommt, hängt vom Fall ab.

Radfahren für den guten Zweck
Ein Team aus acht Radsportbegeisterten aus Berlin, Gütersloh und Verl möchte die Arbeit der DKMS Deutsche Knochenmarkspender-Datei unterstützen – mit einer eigenen Aktion: Am 4. August 2002 startet in Hamburg das wichtigste Eintages-Radrennen in Deutschland, das Weltcuprennen HEW-Cyclassics. Neben dem Rennen der Profis wird es erneut ein Jedermann-Rennen mit rund 13.500 Teilnehmern geben. Mittendrin: die Radsportfans in Sachen „guter Zweck“: Unter dem Motto „Wir spenden Leben!“ wollen sie sich vor Ort als Spender in die Knochenmarkspender-Datei aufnehmen lassen und so auf deren Arbeit aufmerksam machen. Das Team sucht für ihre Aktion noch Sponsoren und Unterstützer. Wer helfen möchte, kann sich auf der Webseite der Radsportfans unter „Wir spenden Leben!“ informieren. 
Mehr über die Knochenmark-Spende:

DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
Biesingerstr. 10
72070 Tübingen
Tel. 0 70 71 / 9 43-0

Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschland
Postfach 42 44
89032 Ulm


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